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Angespielt: Nintendo Switch

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Overcooked 2

Party

07.09.2018

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Es wird wieder hektisch in der Küche!

 

Herzlich willkommen bei Overcooked 2 für die Nintendo Switch. Die zwei im Titel verrät es schon: Das Spiel ist nicht das erste in der Reihe. Allerdings habe ich selbst den Vorgänger nie gespielt und bin überhaupt nur darauf gestoßen, weil Teil 2 auf dem Post E3-Event 2018 bei Nintendo in Frankfurt anspielbar war. Dort haben wir zu viert vor einem Fernseher gesehen und sehr viel Spaß mit dem wuseligen Chaos gehabt. Mit etwas mehr Zeit und Ruhe, auch im Story-Modus zeigt sich leider auch etwas Schatten. Aber eins nach dem anderen.

 

Overcooked ist ein Spiel, in dem sich alles ums Kochen dreht. Es hat allerdings wenig mit Realismus zu tun und könnte auch nicht als Simulation bezeichnet werden. Vielmehr geht es um das Behalten des Überblicks in einer total chaotischen Umgebung. Man selbst ist als Koch in der Küche unterwegs und von draußen flattern Bestellungen rein, die links oben angezeigt werden. Dann muss man – bevor der Gast sauer wird, weil es so lange dauert – dieses Essen zubereiten und an den Service übergeben. Je schneller, desto mehr Trinkgeld gibt es.

 

Spielt man die Story, dann fängt es aber sehr langsam an. Darin geht darum, dass Unbrote (also Untote Brote) ein Königreich angreifen, und man sich kulinarisch weiterentwickeln muss, um die gefräßigen Brote satt zu kriegen. Zwei Köche machen sich also auf eine gemeinsame Reise durch die Welt, um ihr Königreich zu retten. Aber warum langsam?

 

In Level 1-1 muss man nur entweder einen Fisch oder Scampi klein schneiden, auf einen Teller legen und ausliefern. Das tut man, indem man einen Fisch oder Scampi aus einer Kiste holt, zu einem Schneidebrett trägt, dort kleinschneidet und dann auf einen Teller legt. Doch schnell werden die Rezepte komplizierter. Erst gibt es Sushi, das aus einem Nori-Blatt, gekochtem Reis und geschnittenem Fisch oder Gemüse besteht. Hier muss man schon etwas koordinierter vorgehen, da der Reis durch das Kochen und Fisch bzw. Gemüse durch das Schneiden erst verarbeitet werden müssen, bevor man alles zusammen auf den Teller legen kann. Danach gibt es Burger, für die man Hackfleisch hacken, dann braten und den Burger nach Order mit Käse, Tomaten oder Salat belegen muss. Ein weiteres Beispiel ist Pizza, für die man den Teig ausrollen, Tomaten schneiden und Käse hacken muss. Dann kommt alles zusammen in den Ofen, ggf. noch mit weiteren Zutaten.

 

Und während man anfangs noch saubere Teller ohne Ende hat, sind die irgendwann begrenzt und man muss die benutzten Teller erst spülen, bevor man wieder Essen anrichten kann. Weitere Steine werden durch die Küche selbst in den Weg gelegt. Es gibt Absperrungen, Abgründe, Feuer, bewegliche Arbeitsplatten und mehr. Außerdem sind die Küchen selten auf optimale Arbeitsabläufe ausgelegt, zum Beispiel Reis links unten, Herdplatte rechts oben und Ausgabe dann wieder links unten. Man muss also nicht nur den Überblick behalten, welche Bestellungen gerade offen sind, was man dafür tun muss und immer genug Teller haben, sondern auch alle andere irgendwie koordinieren. Und genau deshalb ist das Spiel darauf ausgelegt, das mindestens zu zweit zu tun.

 

Man kann zwar auch die Story alleine spielen, aber man hat immer mindestens zwei Köche, da es auch Küchen mit zwei komplett getrennten Gebieten gibt, wo die beiden zusammenarbeiten müssen. Am besten spielt man also auch die Story zu zweit, sonst macht es nur wenig Spaß. Und dann kann man in Overcooked 2 nur erfolgreich sein, wenn man sehr viel miteinander redet. Je mehr Leute, desto chaotischer wird das Ganze. Es klingt zwar optimal, wenn man für eine Pizza vier Zutaten braucht und vier Leute hat, so dass jeder eine Sache machen kann, aber in der Realität ist es natürlich ganz anders. Ständig kreuzen sich die Wege, man muss sich gegenseitig helfen, Teller wollen geholt, gewaschen und ausgeliefert werden usw. Man wird also gezwungen, zusammenzuarbeiten, saubere Arbeitsteilung funktioniert nicht.

 

 

Nicht nur Offline ein Spaß!

 

Die Story kann man leider nur offline an einer Konsole spielen, entweder alleine oder zu zweit. Die Modus „Gegeneinander“ und „Arcade“ lassen sind sowohl zu 2-4 Spielern an einer Konsole oder online spielen. Und Online hat man die Wahl, an der eigenen Konsole alleine oder zu zwei ins Geschehen einzutauchen. Diese beiden Modi sind aber im eigentlichen Match nicht getrennt. Auch im Couch-Modus kann man auf einzelne Gegner treffen und umgekehrt.

 

Im Modus „Gegeneinander“ treten zwei Team gegeneinander an. Beide haben in derselben Küche dieselben Aufgaben und wer am Ende mehr Punkte hat, der gewinnt das Spiel. Besonders gemein: Man kann seinem Gegner auch schaden, indem man bewusst falsche Speisen in seine Ausgabe legt, darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn der Gegner das auch macht.

 

Im Modus „Arcade“ spielt man Missionen aus der Story mit bis zu vier Spielern gemeinsam. Hier geht es also nicht darum, besser zu sein als das andere Team, sondern die gemeinsame Aufgabe möglichst gut zu lösen. Da man sich online leider nicht (oder nur mit externen Hilfsmitteln) unterhalten kann, ist die Koordination nicht so ganz einfach. An einer Konsole mit vier Leuten macht dieser Modus sehr viel mehr Spaß, aber auch online ist es keinesfalls ein schlechtes Erlebnis.

 

Man findet in beiden Modi auch sehr schnell und einfach Gegner, lange warten muss man nur in den seltensten Fällen. Also Daumen hoch für den Multiplayer!

 

 

Steuerung und Technik!

 

Das eben schon erwähnte, durchaus gewollte Durcheinander sorgt leider für ein paar Probleme mit der Steuerung. Die ist zwar eigentlich extrem einfach, aber leider auch zu ungenau. Man bewegt seinen Koch mit dem Stick, setzt einen Knopf für Aufheben und Ablegen von Sachen ein, einen anderen zum Werfen bzw. schneiden von Zutaten und ein dritter zum Sprinten.

 

Leider kommt es dabei aber vor allem darauf an, extrem präzise zu sein, eine kleine Ungenauigkeit und das Hackfleisch liegt nicht in der Pfanne sondern auf dem Boden oder der schon mühsam geschnittene, Käse landet nach dem Wurf nicht in den Händen des Kochs auf der anderen Seite der Absperrung sondern im Abgrund. Das alles kostet wertvolle Zeit. Und da die einzelnen Felder der Küche recht klein, bzw. die Küchen sehr groß sind, passiert das in der Hektik leider eher oft. Das bringt häufig die Planung komplett durcheinander und sorgt für Frust. Selbst wenn man den perfekten Überblick und alles im Griff hat, kann es dazu immer wieder zu Versagen führen.

 

Ich kann zwar gut verstehen, dass die Entwickler es auf Chaos ausgelegt haben, genau das sorgt für den Spielspaß, aber manchmal ist es einfach zu viel – vor allem aufgrund der eher kleinen Sticks auf den JoyCons. Damit ist es sehr schwer, jederzeit präzise zu sein, gerade für Leute, die nicht so oft spielen. Und genau für die ist das Spiel eigentlich gemacht. Schade.

 

Zur Technik gibt es nicht viel zu sagen. Die Ansicht von oben sorgt für relative Übersichtlichkeit und die Musik unterstützt das hektische Gewusel perfekt. Die etwas häufigen Ladezeiten nerven dazu leider etwas. Vor und nach jedem Level muss man sich den immergleichen Ladebildschirm ein paar zu viele Sekunden anschauen. Das ist vor allem deshalb nervig, weil man nicht geschaffte Aufgaben in der Story nicht einfach wiederholen kann. Also Ladebildschirm zurück zur Karte, Aufgabe neu auswählen und wieder Ladebildschirm bis zum Start des neuen Versuchs.

 

Völlig unverständlich sind für mich die Tipp-, bzw. Übersetzungsfehler beim Text. Wieso es in der Erläuterung der Steuerung „aufheben“ aber „werfe“ heißt, ist mir ein Rätsel. Auch sonst ist das Deutsch eher schlecht als recht. Scheinbar war da kein Profi am Werk. Das trübt zwar das Erlebnis an sich nicht, hat aber einen faden Beigeschmack.

 

 

Vielen Dank an Team 17 für das Testmuster.


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Fazit

Overcooked 2 macht mit mehreren Leuten verdammt viel Spaß. Egal ob mit- oder gegeneinander, es wird immer laut und witzig, zumindest offline. Online wäre eine Möglichkeit der Unterhaltung – zumindest beim Spielen mit Freunden – echt super gewesen. Alleine ist es eher nicht zu empfehlen, es geht zwar irgendwie, aber wirklich Spaß macht die Story als Einzelspieler nicht. Aber zum Glück kann man online auch alleine an einer Konsole viel Spaß haben. Gäbe es die Ungenauigkeit bei der Steuerung nicht, dann gäbe es nahezu nichts zu meckern. Leider trüben diese den Spielspaß aber doch deutlich – vor allem, wenn man mit weniger geübten Spielern spielt. Hier wären etwas weniger Küche und dafür etwas größere Felder deutlich besser gewesen. Auch wenn es dann nicht ganz so unübersichtlich gewesen wäre, damit hätte man den Spielern viel Frust erspart. Insgesamt kann ich das Spiel aber sehr empfehlen. Für lustige Gaming-Abende mit vier oder mehr Leuten ist es eine gute Wahl und auch alleine macht es online viel Freude. Der Download lohnt sich auf jeden Fall!

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

59%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

07.08.2018

Developer

Ghost Town Games

Publisher

Team 17

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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